Tilo Acksel

Vom Günstling zum Gegner

 

In seiner Autobiografie beschreibt der Schauspieler und Moderator Tilo Acksel seinen Weg vom überzeugten „Thälmannpionier“ zum Demokraten. Ein zeitgeschichtliches Dokument über die gesellschaftliche Entwicklung in der DDR, die in der großen Flüchtlingswelle 1989 in Ungarn mündete und dank des unermüdlichen Einsatzes des Malteser Ordens zu einer Erfolgsgeschichte wurde. Acksel beschreibt liebevoll, wie er in seiner Kindheit und Jugend die Gunst seiner Lehrer und Mitmenschen im brandenburgischen Großräschen und später in Cottbus und Berlin erlebt, lässt viele Personen, die seine Jugend begleiteten, vor dem Auge des Lesers erscheinen. Die Dramatik der Geschichte entwickelt sich, begleitet von exakten zeitgeschichtlichen Informationen. Mit viel Humor und Spannung wird geschildert, mit welchen Mitteln der Staat aus ihm einen Gegner machte, wie die Flucht in den Westen verlief und warum gerade der Malteser Orden von größter Bedeutung für 60.000 DDR- Flüchtlinge war.

Der Autor Tilo Acksel, Jahrgang 1970, verbrachte seine ersten 19 Jahre in der Obhut der DDR, seine Eltern betrieben die einzige Erlebnisbereichsgaststätte der DDR, was ihn schon früh mit dem realexistierenden Sozialismus in Kontakt brachte. 1989 flüchtete Acksel über die Achse Tschechoslowakei-Ungarn-Österreich nach München. Er setzte dort seinen Berufswunsch um und arbeitete viele Jahre als Rundfunkmoderator. Heute lebt er als freischaffender Schauspieler und Moderator in Berlin.